Minichihuahuas, Teacups und Co

Aus gegebenen Anlaß haben wir uns entschlossen, eine eigene Sparte den besonders kleinen Chihuahuas zu widmen. Jeden Tag liest man zu hauf "Minichihuahuas abzugeben" oder "garantierte Teacup-Chihuahuas". Zunächst möchten wir uns von dem Begriff "Teacup-Chihuahua" distanzieren. Warum und weshalb wir absolut nichts von diesem Begriff halten wird im folgendem Verlauf erklärt. Den allgemeinen Trend zu immer kleineren Welpen betrachten wir zudem mit wachsender Besorgnis. Nicht aus Vorurteil gegen die besonders kleinen Chihuahuas (wir haben auch immer wieder solch kleine Wesen) sondern aufgrund der Folgen und Probleme, die dies mit sich bringt. Die ohnehin "kleinste Hunderasse der Welt" soll immer kleiner werden und die Nachfrage nach immer kleineren Welpen wird immer größer.

Es ist sehr traurig, daß bei dieser Rasse so enorm viel am Gewicht festgemacht wird. Nicht jeder Chihuahua hat den gleichen Körperbau. Es gibt Chihuahuas, welche eben etwas dicker sind und wieder sehr dünne. 200g- 300g kann man sehr leicht an einen ausgewachsenen Chihuahua "dranfüttern". Das heißt noch nicht, daß aus dem Hund plötzlich ein riesiges Monster geworden ist.

 

Die Begriffe Mini- Chihuahua und Teacup-Chihuahua

Offiziell gibt es werder den "Mini-Chihuahua" noch den "Teacup-Chihuahua". Beide Begriffe haben sich mit der Zeit eingebürgert. "Mini" oder "Teacup- Chihuahuas" sind weder eine eigene Rasse noch eine spezielle Züchtung. Es sind einfach Chihuahuas mit sehr geringen Gewichten. Unter einem "Mini" versteht man allgemein einen Chihuahua, der ein Endgewicht unter 2kg bekommen wird. Diese "Grenze" von den magischen 2kg wurde niemals offiziell festgelegt. Ursprünglich war dies die Gewichtsgrenze, ab der Chihuahua-Hündinnen zur Zucht empfohlen wurden. Ein "Teacup- Chihuahua" soll nach inoffizieller Definition ein Gewicht von weit unter 2kg bekommen. Allgemein ca 500g-1500g (wobei wir persönlich keinen Chihuahua mit einem Endgewicht von 500g gesehen haben, der dazu noch lebensfähig war). Wenn wirklich einmal ein Chihuahua bei einem Gewicht von ca 500g bleibt, dann ist dies nicht nur außergewöhnlich selten, sondern eine kleine Sensation. Die Gewichtsangabe von 500g kommt durch den Rassestandart, in dem festgelegt wurde, welche Gewichte für diese Rasse zulässig sind. Natürlich sind auch 500g zulässig, dabei ist allerdings nicht gesagt, daß es auch Chihuahuas mit einem solch geringem Gewicht gibt. Wohlgemerkt: Der Kleinste Hund der Welt ist 2011 wieder ein Chihuahua. Das Gewicht: 680g! Man kann sich vorstellen, daß wir, wenn wir Anfragen nach Chihuahuas bekommen, die garantiert Gewichte von "höchstens" 500g bekommen sollen und wir auch noch ein solches Endgewicht garantieren sollen, nur verständnislos den Kopf schütten können. Wir verwenden den Begriff "Teacup-Chihuahuas" ganz bewußt nicht, da wir der Ansicht sind, daß dieser Begriff nichts weiter als Augenwischerei ist. Übersetzt man "Teacup-Chihuahua" einmal, dann stellt man fest, daß dieser Begriff nichts anderes heißt, als "Teetassen-Chihuahua". Dies soll zum Ausdruck bringen, daß dieser Hund so klein ist, daß er in eine Teetasse paßt. Zunächst einmal wird kein Chihuahua, wenn er ausgewachsen ist, in eine Teetasse passen. Auch nicht der kleinste Hund der Welt mit einer Höhe von 10cm. Wie schon erwähnt häufen sich die Inserate, in denen "garantierte Teacups" angepriesen werden. Dazu gibt es Bilder mit Welpen in Tassen, die diesen Begriff noch unterstreichen können. Schaut man sich die eben erwähnten Bilder, die in diesen Inseraten zufinden sind, einmal an, so bemerkt man sehr oft, daß es sich bei den Tassen, in denen die Welpen sitzen, meist auch nicht um Teetassen sondern um Kaffeepötte handelt. Für das Tier selbst ist es nicht schlimm, wenn es in einer Tasse sitzend fotografiert wird. Als "Tierquäler" sollte man die Inserenten nur aufgrund dieser Bilder nicht angreifen, denn die Welpen werden dabei nicht gequält, auch wenn Welpen das Fotografieren in den seltensten Fällen gefällt. Allerdings wird den Interessenten an den Welpen sehr oft etwas vorgemacht. Die Begriffe "Teacup" oder "Minichihuahua" sind verkaufsfördernd, und dies wird natürlich ausgenutzt. Man sollte jedoch bedenken: Nicht überall wo "Teacup" oder "Mini" dran steht, ist auch "Mini" drin. Dazu kommen wir aber später noch.

 

"Minichihuahua + Minichihuahua = Minichihuahua" oder: gezieltes Züchten von Minichihuahuas

Das gezielte Züchten von Minichihuahuas ist wenn nur schwer möglich. Leider liest man immer wieder Inserate mit dem Inhalt "garantierte Minis. Gewicht der Mutter 1500g, Gewicht des Vaters 1600g" . Dort angewendet wird die allseits beliebte Formel "Minichihuahua + Minichihuahua = Minichihuahua". Um es einmal ganz klar zu sagen. Diese Formel ist absoluter Quatsch. Das Gewicht der Elterntiere alleine ist nicht ausschlaggebend für das Gewicht der Welpen und für das spätere Endgewicht der Welpen. Wenn Vererbung so einfach wäre....... Es spielen eine Menge anderer Faktoren mit eine Rolle, wie beispielsweise die Linien und Vorfahren der Eltern, die Größe des Wurfes usw. . So kann selbst eine große Hündin die kleinesten Nachkommen haben. Umgekehrt natürlich eine noch so zierliche Hündin Welpen, die sehr groß werden und oft auch bereits bei Geburt sehr groß sind. Was Riesenwelpen für eine zierliche Hündin bedeuten, kann man sich vorstellen. Diese beiden Fakten sollte man ab jetzt gut im Gedächtnis behalten, sie werden auch weiter eine Rolle spielen. Auf ein Versprechen hin: "Die Eltern sind beide sehr klein so wird auch der Welpe sehr klein" kann man erst einmal nichts geben. Um solch etwas prophezeihen zu können muß der Züchter möglichst viele der Vorfahren der Eltern kennen und auch Erfahrung mit Nachkommen der jeweiligen Elterntiere haben. Am Besten auch Erfahrung mit genau dieser Verpaarung. Schaut man sich die Inserte einmal genauer an, in denen die garantiert sehr kleinbleibenden Chihuahuas auf die Anfangs erwähnte Weise angepriesen werden, so fällt auf, daß diese Welpen in den meisten Fällen auch ohne Papiere abgegeben werden. Da das Züchten mit Hündinnen unter 2kg ein erhebliches Risiko für die Hündin darstellt, weigern sich mittlerweile viele (leider noch nicht alle) Zuchtwarte, Richter, Tierärzte und Vereine solch winzige Chihuahuadamen zuchttauglich zu schreiben. Ein nicht zuchttauglich geschriebener Hund heißt: Der Züchter hat von keinem Verein die Erlaubnis erhalten, mit diesem Hünd zu züchten und kann somit gar keine Papiere beantragen, selbst wenn er es wollte und selbst wenn die Elterntiere die besten Papiere und Abstammungen haben. Wenn man einmal darauf achtet, fällt auf, daß die Welpen, bei denen mit "Minieltern" (Mutter weit unter 2kg, Vater am besten noch kleiner) geworben wird, fast immer ohne Papiere abgegeben werden. Es stellt sich dabei die Frage, warum, wenn die Eltern doch so gute Papiere haben, für die Welpen keine beantragt wurden. Erst recht wenn der Züchter bereits in einem Verein angemeldet ist und sonst Welpen mit Papieren abgibt. Warum beantragt er denn nicht für alle Welpen Papiere? Das macht kaum ein Züchter ohne Grund. Dies kann bedeuten, daß eine so kleine Hündin aufgrund ihres so kleinen Gewichts nicht zur Zucht zugelassen wurde (eben bereits erwähnt und in diesen Fällen meistens), daß die Eltern irgendwelche anderen Fehler aufweisen (Gebiß, Knickrute usw.), daß der "Züchter" die geforderten Pausen zwischen den Würfen nicht einhält oder daß die Eltern gar nicht die wahren Eltern sind (es werden auch immer wieder Welpen aus Ostländern eingekauft und auch von Züchtern weiter veräußert). Sehr beliebte Ausrede ist immer wieder: "Der Welpe ist so klein, daß er nicht in die Zucht soll, daher haben wir keine Papiere beantragt". Dann müßten auch nicht für Fehlertiere Papiere beantragt werden, da diese ja auch nicht in die Zucht sollen. Auf diese Dinge werden wir noch weiter eingehen. Selbst wenn gesagt wird, daß so kleine Eltern nicht zur Zucht zugelassen werden, sollte man sich überlegen, ob man dies unterstützen möchte, wenn sich schon Verein und Tierarzt (also Leute, die sich im allgemeinen sehr gut mit Hunden auskennen) da querstellen.

 

Geburtsgewicht und Gewichtstabellen

Auch das Geburtsgewicht ist nicht ganz ausschlaggebend für das Endgewicht. Aus einem 50g oder 60g Welpen wird zwar kein 3kg- Chihuahua werden, es ist aber auch nicht gesagt, daß der Welpen später auf höchstens 1000g kommen wird. Von einer einzigen Gewichtsangabe kann man nicht auf das spätere Endgewicht schließen. Auch haben Welpen in iherer Entwicklung immer wieder Phasen, in denen sie etwas "moppeliger" sind. Manche Welpen sind auch sehr gute Esser und eben etwas dicker, manche fressen sehr schlecht und wiegen dementsprechend weniger. Man sollte man die allgemeine Entwicklung des Welpen im Auge behalten. Sehr kleine Welpen können später sehr gut zulegen, große Welpen können plötzlich langsamer wachsen und auch ganz im Wachstum stehen bleiben. Immer wieder findet man im Internet Gewichtstabellen. Wir haben uns ganz bewußt gegen die Veröffentlichung dieser Gewichtstabellen auf unserer Webseite entschieden. Sehr oft wird ein momentanes Gewicht angegeben (oftmals das Geburtsgewicht) und dann auf die Gewichtstabellen verwiesen. Dies bringt zunächst nichts. Beispielsweise hatten wir Welpen mit Geburtsgewichten von ca70g die später 1400g, 1600g aber auch 2kg bekamen. dazu kommt noch: Wer kann überprüfen, ob das Geburtsgewicht, welches angegeben wurde, auch wirklich stimmt. Momentane Gewichte können zwar eher nachgeprüft werden, sind allerdings genausowenig aussagekräftig. Dies stellt wiederum nur eine Momentaufnahme in der Entwicklung der Welpen dar.

Ein Beispiel:
wird ein Welpe mit 70g Geboren, hat er (laut Tabelle) ein Endgewicht von 908g. Der gleiche Welpe hat allerdings zugelegt und wiegt mit 3 Wochen 200g. Laut Tabelle wird er nun ca 1200g bekommen. In der Tabelle ist man bereits eine Sparte weiter nach rechts gerutscht. In der 7. Woche wiegt der Welpe 410g. Laut Tabelle nun ein Endgewicht von ca 1360g. Mit 10 Wochen wiegt der Welpe 620g und bekommt laut Tabelle ein Endgewicht von 1580g. (zum Verständnis ein Auszug aus dieser Tabelle)

Geburtsgewicht 71 78 85 99 113 120 128 142 156
1. Woche 106 113 142 156 184 198 227 255 269
2. Woche 142 156 184 198 255 184 312 354 383
3. Woche 170 198 227 255 312 369 387 454 496
4. Woche 198 227 269 312 369 452 482 539 595
5. Woche 227 255 312 369 425 482 553 624 680
6. Woche 255 312 354 425 496 567 624 680 765
7. Woche 284 340 411 482 553 624 695 765 851
8. Woche 312 369 454 539 610 680 765 822 936
9. Woche 340 425 496 567 652 737 822 907 992
10. Woche 369 454 539 624 709 794 879 964 1077
18 Monate 908 1135 1362 1589 1816 2043 2270 2497 2724

 

Eben dieser Welpe wird nun mit einigen Tagen bereits angeboten. Dazu wird das Geburtsgewicht angegeben und auf die Tabelle verwiesen. Die Überraschung kommt schließlich dann, wenn der Welpe später ein Gewicht von 1600g- 1800g bekommt, wo seinem neuen Besitzern doch ein Gewicht von 1000g versprochen wurde (Laut Tabelle). Ähnlich ist es, wenn man den Welpen mit 7 Wochen aussucht und das momentane Gewicht von 410g kennt. Mit den Gewichtstabellen kann man dann etwas anfangen, wenn man mehrere Gewichts- und dazugehörige Altersangaben der Welpen vor sich hat. Bei unserem kleinem Beispielwelpen würde man dann sehen, daß er immer stetig zugenommen hat und auch mit seinen anfangs geringen Gewichten über 1000g Endgewicht bekommen wird.

 

Qualzucht

Sobald man als Züchter In Inseraten oder auch auf der eigenen Webseite Minichihuahuas anbietet, kann man sicher sein, daß man einige E-Mails erhalten wird, in denen man zunächst aufs gröbste als "Tierquäler" "Ausbeuter" und mit allen möglichen Bezeichnungen beschimpft wird. Dazu immer die Aussage "Minichihuahuas sind Qualzucht! Das züchten von Minichihuahuas ist verboten!".
Die Aussage, Minichihuahuas wären Qualzucht ist zunächst einmal Falsch. Wir rufen an dieser Stelle den Fakt, daß auch normalgroße Elterntiere sehr winzige Welpen bekommen können ins Gedächtnis. Dies haben wir bereits zuvor erwähnt. Es kommt immer wieder vor, daß aus "normalen" Verpaarungen, wo weder der Vater noch die Mutter Gewichte unter 2kg haben, sehr winzige Welpen auf die Welt kommen, die Später auch weit unter 2kg bleiben werden. Wie wir bereits erwähnt haben, ist das Gewicht der Elterntiere nicht aleine Ausschlaggebend für das spätere Endgewicht der Welpen und auch größere Chihuahuas können so sehr winzige Nachkommen haben. In die Vererbung spielen sehr viele andere Faktoren mit ein, die für das spätere Gewicht und das Geburtsgewicht der Welpen ausschlaggebend sind. So entstammt nicht jeder Minichihuahua aus einer "Qualzucht".
Auch die Aussage "Das Züchten mit Minichihuahuas ist Qualzucht" ist falsch. Sehr viele Züchter (auch wir) besitzen sehr kleine Zuchtrüden, mit Gewichten unter 2kg. Für solche Rüden ist es keine Qual, wenn sie zur Zucht eingesetzt werden, vorrausgesetzt sie werden entsprechend behandelt und bekommen zwischen den Deckakten ausreichende Ruhephasen. Die Großen Chihuahua-Herren sind nach dem Deckakt genauso abgekämpft wie die kleinen. Ist die Chihuahua-Dame etwas größer, macht es dem kleinen Rüden auch nicht viel mehr aus, als bei einer kleineren Hündin. Ist die Dame zu groß für den Herren, so funktioniert der Deckakt gar nicht erst.
Anders ist allerdings die Aussage "Das Züchten mit Minichihuahua-Damen ist Qualzucht". Diesem stimmen wir zu. Wie erwähnt, kann auch eine sehr kleine Hündin, gepaart mit einem sehr kleinen Rüden, sehr große Welpen bekommen. Was dies für eine solch winzige Chihuahua-Dame bedeutet, kann man sich leicht vorstellen. Schon ein normaler Geburtsakt ist für ein solch kleines Mäuschen ungemein anstrengend (noch wesentlich anstrengender als für eine normalgroße Chihuahua-Dame). Dazu erhöht sich die Gefahr eines Kaiserschnittes erheblich. Selbst bei Chihuahua-Damen über 2kg ist die Gefahr eines Kaiserschnittes bei Geburt der Welpen sehr groß. Ein Kaiserschnitt bedeutet Narkose (bereits für eine normalgroße Chihuahua-Dame ein großes Risiko). Für eine Mini-Dame ist das Risiko eine Kaiserschnittes und der dazugehörigen Narkose kaum tragbar! Sehr viele Minidamen verbleiben bei solchen Kaiserschnitten in Narkose. Geht dies gut, können weitere Folgen eintreten. Fieberrisiko, verzögerte Wundheilung und mögliche Infektionen werden von Minihündinnen bei weitem nicht so gut zu verkraftet wie von normalgroßen Chihuahua-Damen. Bei der Belegung einer sehr kleinen Chihuahua-Dame setzt man schlicht und ergreifend das Leben des Tieres skrupellos aufs spiel.
Die Aussage "Die Zucht mit Minichihuahuas ist verboten" ist ganz falsch. Auch die Zucht speziell mit Mini-Damen ist (leider) Nicht verboten. Wie gesagt weigern sich mittlerweile allerdings viele Zuchtwarte, Richter, Tierärzte und Vereine solch winzige Chihuahua-Damen zuchttauglich schreiben zu lassen und erschweren es, mit diesen Tieren offiziell zu züchten.

Es ist schön, daß es Leute gibt, die sich für die Chihuahuas einsetzen und den Mund aufmachen. Aber bitte vorher richtig informieren und nicht wahllos jeden angreifen und beleidigen.

 

Gesundheit

"Minichihuahuas, die leben doch höchstens 4 Jahre" "Minichihuahuas sind meistens krank" oder ähnliche Aussagen liest man im Internet zu hauf. Dies stimmt nicht. Besonders kleine Chihuahuas sterben nicht generell nach wenigen Jahren und sind auch nicht generell Krank. Aber sie sind in jedem Fall wesentlich empfindlicher als ihre normalgroßen Artgenossen und das Risiko, daß sie früh sterben, ist höher. Minichihuahuas sind anfälliger für Herzerkrankungen. Das heißt nicht, daß sie generell daran erkrankt sind, allerdings ist der Prozentsatz bei diesen besonders kleinen Hündchen wesentlich höher als bei den "normalgroßen" Artgenossen. Besonders bei möglichst klein gezüchteten Linien ist dieses Risiko sehr groß. Bei besonders kleinen Chihuahuas, die aus normalen Verpaarungen stammen (von denen also mindestens ein, besser zwei Elternteile über 2kg liegen) ist das Risiko von beispielsweise Herzerkrankungen etwas minimiet, allerdings auch dann nicht ausgeschlossen.
Die "offene Fontanelle" ist bei Chihuahuas generell schon ein großes Thema, insbesonders aber bei "Minichihuahuas" .Bei sehr vielen der besonders kleinen Chihuahuas schließt sich die Fontanelle im laufe des Wachstums nicht. Oft bleibt die Fontanelle sogar sehr weit offen. Der Prozentsatz von Minichihuahuas mit weit offenen Fontanellen ist wiederum wesentlich höher als der Prozentsatz von "normalgroßen" Chihuahuas mit sehr weit offenen Fontanellen. Daß eine weit offene Fontanelle für das Tier ein Lebenslanges Risioko bedeutet, brauchen wir wohl nicht mehr zu erwähnen.
Es muß aber nicht immer gleich die offene Fontanelle oder eine Herzerkrankung sein. Selbst wenn ein so winziges Tierchen ansich gesund ist, können eine einfach Erkältung oder ein Magen-Darm-Infekt bereits lebensbedrohlich werden. Je kleiner das Tier, desto weniger kann es auch alltäglichen Erkrankungen trotzen. Solch ein kleines Tierchen hat kein großes "Polster" und bereits ein geringer Gewichtsverlust kann tragisch enden.
Ein weiteres Problem, welches inserbesonders bei den kleinsten der Rasse auftritt, ist das Unterzuckern. Gerade Chihuahua-Welpen neigen gerne zum Unterzuckern, wenn sie nicht richtig fressen. Zunächst wird der Hund apatisch, torkelt eventuell. Dann legt der Hund sich hin, bewegt sich kaum mehr. Er fällt in einen Schockzustand. Wird eine Unterzuckerung nicht schnell erkannt und behandelt führt dies zum Hirnschädigungen oder im weiteren Verlauf zum Tode des Tieres. Für Minichihuahuas ist Unterzuckern nicht nur im Welpenalter ein Thema. Dieses Risiko ist Lebenslang sehr groß.
Ein weiteres Problem von Minichihuahuas,wenn es nicht lebensbedrohlich: die Zahnstellung. Sehr viele besonders kleine Chihuahuas haben Gebiß oder Kieferfehlstellungen. Besonders wenn sie nicht nur sehr klein sondern auch sehr typvoll sind. In den winzigen Mäulchen ist einfach nicht genug Platz.
Für all die erwähnten Punkte gilt, je kleiner das Tier, desto höher ist das Risiko. Ein Winzling von 1000g ist natürlich noch um einiges anfälliger als ein Winzling von 1800g, obwohl sie beide als "Mini" bezeichnet werden. Wie aber bereits Anfangs erwähnt, gibt es auch sehr viele Minichihuahuas, die absolut gesund sind und ein Hohes Alter erreichen. Auch wenn sie noch so klein sind. Eine gute Pflege und eine erfahrne Hand ist aber auf jeden Fall erforderlich. Jeder, der sich ein solch kleines Tierchen wünscht, muß sich absolut im klaren sein, daß eine enorme Verantwortung auf ihm lastet und Minis besondere Pflege und Betreuung brauchen

 

Aufzucht von Minichihuahuas

folgt in den nächsten Tagen

 

Minichihuahua- an jeder Ecke zu bekommen....

Betrachtet man wieder einmal die Inserate im Internet und in Zeitschriften, so entdeckt man eine Flut von Inseraten in denen es heißt Minichihuahua, super Mini Chihuahua, Teacup, oder waschechte Teacup. Es kommt einem mittlerweile so vor, als wäre jeder Chihuahua, der Abgegeben wird, plötzlich ein Minihündchen. Unserer Meinung nach sind mindestens 50% dieser Anpreisungen falsche Versprechungen, selbst wenn man diejenigen berücksichtigt, die mit besonders kleinen Tieren züchten. Es kommt immer wieder vor, daß in Würfen auch sehr kleine Tiere dabei sind, allerdings bei weitem nicht so oft, wie es hier versprochen wird. Bei einem Wurf von 3-4 Welpen ist es sehr selten der Fall, daß alle dieser Jungtiere unter 2kg bleiben. Wie schon gesagt, sind die Begriffe Mini und Teacup verkaufsfördernd und so eine Hysterie, wie derzeit nach diesen kleinen Hündchen herrscht versuchen viele natürlich auch auszunutzen. Die Nachfrage nach Hunden am besten in Hamstergröße wird immer größer.
Nicht immer werden die Leute böswillig hinters Licht geführt, oft fehlt so manchen "Hobbyzüchtern" auch einfach die Erfahrung. Seit den letzten Jahren wird die Anzahl der Chihuahuazüchter immer größer. Oft wurde sich eine Chihuahuahündin gekauft und böse gesagt drauf los gezüchtet. Fast täglich bekommen wir schreiben, in denen Leute blindlings anfangen möchten zu züchten oder bereits eine tragende Hündin haben. Bei diesen Anfragen sollen wir Ratschläge erteilen, ab wann man die Hündin decken darf, wann man mit einer tragenden Hündin zum Tierarzt soll, wie Lange eine Hündin trägt, woran man erkennt, ob man die Geburt nicht norml verläuft usw. Das man sich vorher Informieren sollte, bevor man anfängt zu züchten, ist wieder ein anderes Thema, daß die Erfahrung mit Welpen und deren Entwicklung in diesen Fällen feht, kann man sich allerdings denken. Auch bekommen wir immer wieder Anfragen, in denen uns Gewichte von Welpen mitgeteilt werden und wir nun "vorhersagen" sollen, wie schwer die werden und ob es sich um "Minis" handelt. Wir können nun einmal nicht hellsehen und können in diesen Fällen meist nicht weiter helfen.Es zeigt aber, wie sehr manche Hobbyzüchter auf solch besonders kleine Hündchen spekulieren.
Da die besonders kleinen Chihuahuas wie gesagt sehr begehrt sind und preislich oft um einiges höher als ihre normalgroßen Artgenossen liegen, sehen manche Leute auch eine Geschäftsmöglichkeitr und versuchen auch normals große Chihuahuas als "Teacup" oder "mini" auszugeben. Die Möglichkeiten sind wiederum sehr vielfältig. Es werden beispielsweise nur so geringe Geburtsgewichte wie möglich angegeben angegeben und dann auf die Gewichtstabellen bereufen. Häufig reicht auch einfach das Versprechen des Verkäufers, daß der Welpe ganz winzig bleiben wird. Natürlich vertrauen Käufer von Welpen dem "Züchter", den sie ausgewählt haben und gehen davon aus, daß der Züchter in seiner Erfahrung das Endgewicht schon gut einschätzen wird. Allerdings kann man viel versprechen. Wie die Realität später aussieht, zeigt sich eben erst später. Eind beliebte Masche, auf die auch viele Händler zurückgreifen, ist, den Welpen älter zu machen, als er wirklich ist. Züchter mit Papieren sind in dieser hinsicht wesentlich eingeschränkter. Züchter ohne Papiere haben auch hier wieder freie Hand. Das tatsächliche Alter eines Welpens läßt sich da schlecht nachprüfen. So wird gesagt, der 6 Wochen alte Welpe wäre 8 Wochen alt. Natürlich macht der Welpe dann einen wesentlich kleineren Eindruck.
Wie so oft heißt es, erzählen kann man viel. Nicht überall wo Mini dran steht ist auch Mini drin.

 

Wir wissen, daß manche Leute nach dieser Liste wieder Gift und Galle spucken und uns zum Teufel wünschen...

 

 

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